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Ein Sohn bringt einen Haltegriff im Flur seiner Mutter an
Nach dem Krankenhaus

Sturzrisiko im Alter senken: Sturzprophylaxe und sichere Wohnung

3 Minuten
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Warum Sturzprophylaxe zu Hause so wichtig ist

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, im eigenen Zuhause zu stürzen. Die Folgen reichen von leichten Prellungen bis hin zu Knochenbrüchen oder längeren Krankenhausaufenthalten. Viele Stürze passieren nicht zufällig: Oft spielen Stolperfallen in der Wohnung oder mangelnde Vorbereitung eine Rolle. Mit einer guten Sturzprophylaxe können Sie das Risiko für Ihre Angehörigen deutlich senken.

Typische Stolperfallen in der Wohnung erkennen

Viele Gefahrenquellen wirken harmlos, können aber im Alltag schnell zur Stolperfalle werden. Achten Sie besonders auf:

  • Lose Teppiche und Läufer: Diese rutschen schnell weg und führen zu Stürzen.
  • Kabel auf dem Boden: Verlängerungskabel oder Ladekabel quer durch den Raum sollten vermieden werden.
  • Türschwellen: Besonders ältere Schwellen sind oft höher oder schlecht sichtbar.
  • Glatter Boden: Nasse Fliesen, glatte Parkett- oder Laminatböden sind rutschig.
  • Schlecht beleuchtete Bereiche: Flure, Treppen oder das Bad sollten ausreichend beleuchtet sein.
  • Unaufgeräumte Wege: Stehende Gegenstände, Schuhe oder Wäscheständer blockieren den sicheren Weg.

Checkliste: So senken Sie das Sturzrisiko im Alltag

Nutzen Sie diese Liste bei Ihrem nächsten Besuch oder Telefonat, um die wichtigsten Punkte abzuklären:

  1. Beleuchtung prüfen

    • Sind Flur, Schlafzimmer und Bad nachts schnell und sicher beleuchtet?
    • Gibt es Lichtschalter am Bett und am Eingang?
  2. Wege freihalten

    • Sind Laufwege frei von Gegenständen?
    • Stehen keine Möbel im Durchgang?
  3. Teppiche und Läufer sichern

    • Sind Teppiche mit Antirutschmatten gesichert oder können sie entfernt werden?
  4. Kabel sichern

    • Liegen Kabel am Boden oder können sie anders verlegt werden?
  5. Türschwellen markieren oder abflachen

    • Sind Schwellen sichtbar markiert oder mit kleinen Rampen versehen?
  6. Haltegriffe installieren

    • Gibt es Haltegriffe im Bad (Dusche, WC) und an kritischen Stellen?
  7. Ausrutschen verhindern

    • Rutschfeste Matten in Dusche/Badewanne und auf glatten Böden?
  8. Treppen sichern

    • Sind Handläufe beidseitig vorhanden?
    • Sind Stufen gut sichtbar markiert?
  9. Angemessenes Schuhwerk

    • Werden bequeme, geschlossene und rutschfeste Schuhe getragen?
  10. Regelmäßige Kontrolle

    • Wird die Wohnung regelmäßig auf neue Stolperfallen geprüft?

Weitere Maßnahmen zur Sturzprophylaxe zu Hause

Neben der Beseitigung von Stolperfallen helfen auch kleine Veränderungen im Alltag. Dazu gehören:

  • Möbel umstellen: Häufig genutzte Gegenstände sollten gut erreichbar sein, damit keine akrobatischen Bewegungen nötig sind.
  • Hilfsmittel nutzen: Gehstock, Rollator oder Duschhocker können zusätzliche Sicherheit geben. Lassen Sie sich zu passenden Hilfsmitteln beraten.
  • Medikamente überprüfen: Viele Medikamente können Schwindel verursachen. Klären Sie Nebenwirkungen immer mit der Hausärztin oder dem Hausarzt ab.
  • Regelmäßige Bewegung: Sanfte Bewegung, z. B. Spazierengehen oder Gymnastik, stärkt Muskeln und Gleichgewicht. Lokale Sportvereine oder Krankenkassen bieten oft Kurse an.
  • Sehhilfen und Hörhilfen: Eine aktuelle Brille oder ein funktionierendes Hörgerät helfen, Gefahren rechtzeitig zu erkennen.

Warnzeichen: Wann ärztliche Abklärung wichtig ist

Nicht alle Stürze lassen sich verhindern. Nehmen Sie folgende Anzeichen ernst und sprechen Sie mit einer Ärztin oder einem Arzt, wenn:

  • Ihr Angehöriger häufiger stürzt oder über Schwindel klagt.
  • Unsicherheiten beim Gehen oder Aufstehen auftreten.
  • Es zu plötzlichen Veränderungen der Beweglichkeit kommt.
  • Medikamente neu eingestellt wurden und sich das Befinden verschlechtert.

Eine medizinische Abklärung kann helfen, Ursachen zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Für individuelle Fragen rund um Pflegeleistungen oder Hilfsmittel wenden Sie sich bitte an die kostenlose gesetzliche Pflegeberatung Ihrer Pflegekasse oder Ihres Pflegestützpunkts (§ 7a SGB XI).

Ihr nächster Schritt

Nutzen Sie jetzt unseren Pflege-Startcheck, um systematisch die wichtigsten Sicherheitsaspekte für Ihr Zuhause zu prüfen und weitere sinnvolle Maßnahmen zu entdecken.

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