Warum eine Checkliste nach der Krankenhausentlassung?
Die Entlassung aus dem Krankenhaus ist ein wichtiger Schritt. Gerade die ersten 48 Stunden zu Hause sind entscheidend, um Unsicherheiten zu vermeiden und die Pflege gut zu organisieren. Diese Checkliste hilft Ihnen, Schritt für Schritt nichts zu übersehen. Sie gibt Ihnen Klarheit und Sicherheit – vom Entlassungstag bis zur ersten Nacht und den folgenden Stunden.
1. Vor dem Entlassungstag: Vorbereitung ist alles
- Entlassungstermin klären: Erfragen Sie, wann genau Ihr Angehöriger entlassen wird. Planen Sie Ihre Anreise entsprechend.
- Transport organisieren: Klären Sie, ob ein Krankentransport nötig ist oder ob Sie selbst fahren können. Prüfen Sie, ob Hilfsmittel (z. B. Rollstuhl) bereitstehen.
- Notwendige Dokumente mitnehmen: Packen Sie folgende Unterlagen ein:
- Entlassungsbrief
- Medikamentenplan
- Verordnung für Pflegehilfsmittel oder Therapien
- Kontaktdaten der behandelnden Ärzt:innen
- Wohnung vorbereiten: Prüfen Sie, ob das Bett zugänglich ist, Stolperfallen beseitigt sind und Hilfsmittel bereitstehen.
- Essen und Getränke: Sorgen Sie für leicht zuzubereitende Mahlzeiten und ausreichend Getränke für die ersten Tage.
- Notfallkontakte notieren: Haben Sie wichtige Telefonnummern griffbereit (Hausarzt, Notfallnummer, Pflegedienst, Nachbarn)?
2. Am Entlassungstag: Abholung und Ankunft zu Hause
- Pünktlich im Krankenhaus: Seien Sie rechtzeitig da, um Wartezeiten zu vermeiden.
- Abschlussgespräch führen: Lassen Sie sich die wichtigsten Punkte vom Pflegepersonal erklären:
- Wundversorgung
- Besonderheiten bei der Medikation
- Was ist in den ersten Stunden zu beachten?
- Hilfsmittel mitnehmen: Gehstützen, Pflegehilfsmittel oder Verbandsmaterial ggf. aushändigen lassen.
- Medikamente kontrollieren: Sind alle verordneten Medikamente für die nächsten Tage vorhanden? Falls nicht, Rezept einlösen oder Apotheke anfahren.
- Transport nach Hause: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Angehöriger sicher und bequem nach Hause kommt.
- Erste Orientierung zu Hause: Begleiten Sie Ihren Angehörigen in die Wohnung. Helfen Sie beim Umziehen und Einrichten im Bett oder Sessel.
3. Die ersten Stunden zu Hause: Sicherheit und Ruhe schaffen
- Ruhephase einplanen: Lassen Sie Ihrem Angehörigen Zeit, sich zu akklimatisieren. Sorgen Sie für Ruhe und eine angenehme Umgebung.
- Medikamente verabreichen: Geben Sie die ersten vorgesehenen Medikamente nach Plan.
- Wasser und kleine Mahlzeit anbieten: Leicht verdauliche Speisen und Getränke bereitstellen.
- Kontakte sichtbar platzieren: Notieren Sie Notfallnummern und den Medikamentenplan gut sichtbar.
- Pflegebedarf prüfen: Gibt es Schmerzen, Unsicherheiten oder besondere Bedürfnisse? Beobachten Sie aufmerksam, aber ohne zu überfordern.
4. Die erste Nacht: Vorbereitet bleiben
- Nachtlager sicher gestalten: Nachtlicht einschalten, Wasser in Reichweite, ggf. Klingel oder Telefon bereitstellen.
- Medikamentengabe prüfen: Müssen in der Nacht Medikamente eingenommen werden? Stellen Sie einen Wecker, falls nötig.
- Hilfsmittel in Reichweite: Gehstock, Brille oder andere Hilfsmittel griffbereit legen.
- Schlaf unterstützen: Sorgen Sie für eine ruhige Atmosphäre. Verzichten Sie auf Störungen, sofern keine medizinische Überwachung nötig ist.
- Notfallplan durchgehen: Was tun, wenn sich der Zustand verschlechtert? Legen Sie fest, wer im Notfall verständigt wird.
5. Der Folgetag: Organisieren und nachjustieren
- Morgendliche Kontrolle: Wie hat Ihr Angehöriger die Nacht verbracht? Gibt es neue Beschwerden?
- Medikamentenplan erneut prüfen: Stimmen die Zeiten und Mengen? Sind ausreichend Medikamente vorhanden?
- Pflegedienst oder Haushaltshilfe einbinden: Falls Unterstützung nötig ist, nehmen Sie Kontakt auf und stimmen Sie erste Termine ab.
- Essen, Trinken und Mobilität fördern: Frische Mahlzeit anbieten, zum Aufstehen ermutigen, bei Bedarf begleiten.
- Wundversorgung oder Pflege durchführen: Folgen Sie den Anweisungen aus dem Krankenhaus. Bei Unsicherheiten: Kontaktieren Sie die Pflegeberatung oder den Hausarzt.
- Erste Rücksprache mit Ärzt:innen: Bei Unsicherheiten oder Problemen nicht zögern, die Hausarztpraxis zu kontaktieren.
6. Die ersten 48 Stunden: Was tun bei Problemen?
- Warnsignale erkennen: Anhaltende Schmerzen, starke Schwäche, Verwirrtheit, Atemnot oder andere akute Beschwerden: Zögern Sie nicht, ärztlichen Rat einzuholen.
- Notfallnummern bereithalten: Wichtige Nummern (Hausarzt, Notdienst, 112) immer griffbereit haben.
- Pflegeberatung nutzen: Bei Unsicherheiten zur Pflege, Organisation oder zu Ansprüchen können Sie sich kostenlos an den Pflegestützpunkt oder die Pflegekasse wenden (§ 7a SGB XI).
7. Nach den ersten 48 Stunden: Nächste Schritte planen
- Regelmäßige Unterstützung organisieren: Klären Sie, wie es weitergeht: Wer übernimmt welche Aufgaben? Muss ein ambulanter Pflegedienst eingebunden werden?
- Folgetermine festlegen: Arztbesuche, Therapien oder Nachsorge rechtzeitig vereinbaren.
- Entlastungsangebote prüfen: Informieren Sie sich über Möglichkeiten wie Tagespflege, Kurzzeitpflege oder Haushaltshilfen.
Ihr nächster Schritt
Nutzen Sie unseren Pflege-Startcheck, um herauszufinden, welche weiteren Schritte für Ihre individuelle Situation jetzt sinnvoll sind. Für weiterführende Informationen zur Pflegeorganisation empfehlen wir unsere ausführliche Pillar-Seite zum Thema nach dem Krankenhaus.

