Überblick: Die erste Woche nach dem Krankenhaus
Die Rückkehr aus dem Krankenhaus ist für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen oft eine Herausforderung. Die erste Woche zu Hause entscheidet, wie gut der Alltag nach der Entlassung gelingt. Mit einem klaren Plan behalten Sie den Überblick und verteilen Aufgaben gezielt auf die Familie.
Tag 1: Ankommen und Überblick gewinnen
- Wohnung prüfen: Ist alles barrierefrei? Gibt es Stolperfallen? Passen Bett und Bad zur aktuellen Situation?
- Entlassungsunterlagen sichten: Welche Medikamente, Therapien oder Termine sind nötig? Gibt es Empfehlungen für Hilfsmittel?
- Pflegegrad und Ansprüche checken: Liegt ein Pflegegrad vor? Falls nicht, Pflegekasse kontaktieren und Antrag stellen.
- Familie informieren: Wer übernimmt welche Aufgaben? Pflege, Einkäufe, Arztfahrten – alles kurz absprechen.
- Starten Sie einen gemeinsamen Pflegeplan: Notieren Sie Termine, Aufgaben und Beobachtungen möglichst zentral, z.B. per App.
Tag 2: Medizinische Versorgung sicherstellen
- Medikamente organisieren: Rezepte einlösen, Einnahmezeiten klären, Tablettenbox nutzen.
- Hausarzt informieren: Über Krankenhausaufenthalt und aktuelle Situation berichten. Ggf. Hausbesuch vereinbaren.
- Therapie- und Kontrolltermine abstimmen: Termine aus dem Krankenhauskalender übernehmen.
- Hilfsmittel besorgen: Rollator, Duschhocker oder Pflegebett nach Bedarf – Verordnung prüfen, Sanitätshaus kontaktieren.
Tag 3: Alltag und Pflege strukturieren
- Pflegeaufgaben verteilen: Wer hilft beim Waschen, Anziehen, Essen? Wer übernimmt die Nacht?
- Essen und Trinken sicherstellen: Vorräte prüfen, Mahlzeiten planen, Lieferdienste oder Nachbarn einbinden.
- Haushalt organisieren: Reinigung, Müll, Wäsche – Aufgaben aufteilen oder Unterstützung organisieren.
- Pflegedokumentation starten: Beobachtungen, besondere Vorkommnisse und Pflegeleistungen täglich notieren.
Tag 4: Mobilität und Bewegung fördern
- Bewegung einbauen: Kleine Spaziergänge oder Bewegungsübungen, je nach Kraft und ärztlicher Empfehlung.
- Sturzprophylaxe beachten: Rutschfeste Matten, Haltegriffe, gutes Licht – Sicherheit im Blick behalten.
- Hilfsmittel im Alltag testen: Funktioniert der Rollstuhl im Flur? Kommt die Person allein ins Bad?
Tag 5: Soziale Kontakte und Entlastung
- Besuche planen: Freunde, Nachbarn oder Familie einbinden, um Isolation zu verhindern.
- Eigene Belastung im Blick behalten: Aufgaben auch mal abgeben, Pausen für sich selbst einplanen.
- Externe Unterstützung prüfen: Ambulanter Pflegedienst, Haushaltshilfe oder Nachbarschaftshilfe anfragen, falls nötig.
Tag 6: Kommunikation und Austausch
- Tägliche Rücksprache im Familienkreis: Was läuft gut, wo gibt es Probleme?
- Pflegeplan anpassen: Aufgaben und Zeiten nach Bedarf ändern.
- Kontakt zur Pflegeberatung: Bei Unsicherheiten oder Fragen zur Versorgung Pflegekasse oder Pflegestützpunkt anrufen.
Tag 7: Bilanz ziehen und Ausblick planen
- Wie läuft es? Stimmt der Ablauf? Gibt es Überforderung?
- Pflegeplan für die nächste Woche erstellen: Aufgaben und Termine anpassen.
- Langfristige Unterstützung klären: Bleibt die Versorgung machbar? Müssen weitere Hilfen beantragt werden?
Tipp: Pflegeplan digital führen
Mit einem digitalen Pflegeplan – zum Beispiel in der “Sicher Gepflegt” App – können Sie Aufgaben, Termine und Beobachtungen einfach teilen und aktuell halten. So bleibt die Familie auf dem gleichen Stand und niemand fühlt sich alleingelassen.
Nächster Schritt
Nutzen Sie jetzt unseren Pflege-Startcheck, um strukturiert in die neue Pflegesituation zu starten und keinen wichtigen Schritt zu übersehen.

