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Eine ältere Frau nutzt gemeinsam mit ihrer Tochter eine Pflege-App auf dem Tablet
Pflege auf Distanz

Digitale Pflegeanwendungen (DiPA) beantragen und nutzen

2 Minuten
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Was sind Digitale Pflegeanwendungen (DiPA)?

Digitale Pflegeanwendungen (DiPA) sind geprüfte Apps oder webbasierte Programme, die pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen im Alltag unterstützen. Sie können zum Beispiel an die Medikamenteneinnahme erinnern, bei Trainings für Mobilität oder Gedächtnis helfen, die Kommunikation erleichtern oder die Pflegedokumentation vereinfachen. DiPA werden von der Pflegekasse erstattet, ähnlich wie die ‘App auf Rezept’ (DiGA) in der gesetzlichen Krankenversicherung – aber speziell für die Pflegeversicherung nach § 40a SGB XI.

Wer kann eine DiPA beantragen?

Pflegebedürftige Menschen mit einem anerkannten Pflegegrad (1 bis 5) können DiPA beantragen. Auch pflegende Angehörige profitieren von vielen dieser Anwendungen, zum Beispiel durch Erleichterung der Organisation oder bessere Abstimmung bei Pflege auf Distanz.

So beantragen Sie eine DiPA Schritt für Schritt

  1. Geeignete DiPA auswählen: Suchen Sie zunächst eine passende Anwendung aus. Nur DiPA, die offiziell gelistet sind, werden erstattet. Die aktuelle Liste führt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

  2. Antrag bei der Pflegekasse stellen: Für viele DiPA reicht ein formloser Antrag bei der zuständigen Pflegekasse, zusammen mit einem Nachweis über den Pflegegrad. Bei manchen Anwendungen kann eine Empfehlung durch eine Ärztin, einen Arzt, eine Pflegefachkraft oder eine Pflegeberatung sinnvoll oder nötig sein. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich je nach Pflegekasse und Anwendung.

  3. Erstattung der Kosten: Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für gelistete DiPA – in der Regel vollständig oder anteilig. Voraussetzung ist ein anerkannter Pflegegrad. Die genaue Höhe der Erstattung kann je nach Kasse und Anwendung variieren.

Welche Vorteile bieten DiPA bei Pflege auf Distanz?

Gerade wenn Sie nicht vor Ort sein können, bieten DiPA viele Vorteile:

  • Bessere Übersicht: Pflegedokumentation, Medikamentenpläne oder Tagesabläufe können gemeinsam digital gepflegt werden.
  • Erinnerungsfunktionen: Die App erinnert an wichtige Termine, Medikamentengaben oder Übungen.
  • Kommunikation: Pflegende Angehörige, Pflegebedürftige und weitere Beteiligte können sich einfach abstimmen, Aufgaben verteilen oder Informationen teilen.
  • Entlastung im Alltag: Viele Anwendungen bieten Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Hilfestellungen für typische Pflegesituationen.

Abgrenzung: Was gilt nicht als DiPA?

Nicht jede digitale Hilfe im Pflegealltag ist eine DiPA. Geräte wie Kameras, Sensoren oder Notrufsysteme gelten meist nicht als DiPA, wenn sie nicht offiziell gelistet sind. Nur die beim BfArM gelisteten digitalen Pflegeanwendungen werden von der Pflegekasse erstattet.

Was Sie noch wissen sollten

  • Die Auswahl an DiPA wächst stetig. Prüfen Sie regelmäßig, ob neue Anwendungen für Ihre Pflegesituation geeignet sind.
  • Lassen Sie sich im Zweifel beraten, zum Beispiel durch eine Pflegeberatung nach § 7a SGB XI oder einen Pflegestützpunkt.
  • Die Nutzung von DiPA ersetzt keine ärztliche oder pflegerische Beratung. Bei Unsicherheiten zur Eignung oder Anwendung sollten Sie Rücksprache mit Fachkräften halten.

Mehr zu verwandten Themen finden Sie im Ratgeber zur Pflege auf Distanz und zur Unterstützung durch digitale Helfer.

Begriffe dazu: Ambulant betreute Wohngemeinschaft: Definition und Überblick, Betreuungsverfügung: Definition und Bedeutung für die Pflege und Digitale Pflegeanwendung (DiPA): Definition und Überblick.