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Pflegelexikon

Pflegeunterstützungsgeld: Anspruch und Ablauf einfach erklärt

Was ist Pflegeunterstützungsgeld?

Pflegeunterstützungsgeld ist eine Lohnersatzleistung, die berufstätige Angehörige erhalten können, wenn sie kurzfristig eine akute Pflegesituation organisieren müssen. Es soll den Verdienstausfall ausgleichen, wenn Sie bis zu zehn Arbeitstage der Arbeit fernbleiben, um die Pflege eines nahen Angehörigen zu organisieren oder sicherzustellen.

Wann kommt Pflegeunterstützungsgeld in Frage?

Das Pflegeunterstützungsgeld greift, wenn plötzlich – zum Beispiel nach einem Unfall oder Krankenhausaufenthalt – eine Pflegesituation entsteht und Sie als Angehörige:r sofort handeln müssen. Es ist unabhängig davon, ob der oder die Pflegebedürftige bereits einen Pflegegrad hat. Wichtig: Sie müssen das Pflegeunterstützungsgeld bei der Pflegekasse der pflegebedürftigen Person beantragen.

Beispiel: Ihre Mutter wird nach einem Sturz aus dem Krankenhaus entlassen und braucht ab sofort Unterstützung zu Hause. Sie nehmen kurzfristig Urlaub oder lassen sich von der Arbeit freistellen, um die Pflege zu organisieren. Für diesen Zeitraum können Sie Pflegeunterstützungsgeld beantragen.

Wer hat Anspruch?

Anspruch haben nahe Angehörige, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Dazu zählen beispielsweise Kinder, Ehepartner:innen, Lebenspartner:innen, Geschwister oder Enkelkinder der pflegebedürftigen Person. Das Pflegeunterstützungsgeld ist in der Regel auf bis zu zehn Arbeitstage pro pflegebedürftiger Person und akuter Pflegesituation begrenzt. Die Höhe orientiert sich am Nettoeinkommen und ähnelt dem Kinderkrankengeld. Prüfen Sie im Einzelfall die aktuellen Regelungen bei Ihrer Pflegekasse.

Stand und weitere Informationen

Die Regelungen zum Pflegeunterstützungsgeld basieren auf dem Stand von 2024. Es gelten die gesetzlichen Vorgaben nach § 44a SGB XI. Da sich Beträge und Anspruchsvoraussetzungen ändern können, prüfen Sie immer die aktuellen Informationen bei Ihrer Pflegekasse.

Weitere Informationen und praktische Tipps finden Sie in unseren Ratgebern Pflegezeit: Freistellung im Job organisieren und Akute Pflegesituation: Was jetzt zu tun ist.

Nächster Schritt:

Nutzen Sie unseren Pflege-Startcheck, um herauszufinden, welche ersten Schritte in Ihrer Situation wichtig sind.

Weiterführend: Zeit zum Durchatmen, Angehörigengruppen finden: Entlastung und Austausch für Pflegende und Ehrenamtliche Alltagshelfer in der Pflege: Unterstützung und Grenzen.