Pflegelexikon
Familienpflegezeit: Definition und Überblick
Was ist Familienpflegezeit?
Familienpflegezeit ist ein gesetzlich geregelter Anspruch für Beschäftigte, die nahe Angehörige zu Hause pflegen möchten. Sie ermöglicht, die Arbeitszeit über einen bestimmten Zeitraum zu reduzieren und so Pflege und Beruf besser zu vereinbaren.
Wie funktioniert Familienpflegezeit?
In der Regel können Sie Ihre wöchentliche Arbeitszeit auf mindestens 15 Stunden reduzieren, um sich um einen pflegebedürftigen Angehörigen zu kümmern. Die Familienpflegezeit kann bis zu 24 Monate dauern. Während dieser Zeit bleibt das Arbeitsverhältnis bestehen. Die genaue Ausgestaltung und Anspruchsvoraussetzungen sollten Sie immer beim Arbeitgeber und der Pflegeberatung klären.
Beispiel aus der Praxis
Sie arbeiten Vollzeit und möchten Ihre Mutter zu Hause pflegen. Mit der Familienpflegezeit reduzieren Sie Ihre Arbeitszeit auf 20 Stunden pro Woche. Sie bleiben weiterhin sozialversichert und können unter bestimmten Voraussetzungen ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familie beantragen, um Einkommensverluste abzufedern.
Was Sie beachten sollten
Die Anspruchsvoraussetzungen und Abläufe können sich ändern. Prüfen Sie daher immer den aktuellen Stand beim Bundesministerium für Familie oder Ihrer Pflegekasse. Die Familienpflegezeit gilt nicht für alle Unternehmen und ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. Lassen Sie sich individuell beraten, zum Beispiel bei Ihrer Pflegekasse oder dem nächstgelegenen Pflegestützpunkt (§ 7a SGB XI).
Stand: Juni 2024.
Weiterführende Informationen
- Pflegezeit: Kurzzeitige Freistellung
- Pflege organisieren: Erste Schritte
- Pflegesituation einschätzen – Übersicht
Ihr nächster Schritt: Überblicken Sie Ihre Pflegesituation und prüfen Sie, ob Familienpflegezeit für Sie infrage kommt. Nutzen Sie dazu unseren Pflege-Startcheck.
Weiterführend: Zeit zum Durchatmen, Angehörigengruppen finden: Entlastung und Austausch für Pflegende und Ehrenamtliche Alltagshelfer in der Pflege: Unterstützung und Grenzen.
