Pflegelexikon
Betreuungsverfügung: Definition und Bedeutung für die Pflege
Was ist eine Betreuungsverfügung?
Eine Betreuungsverfügung ist ein schriftliches Dokument, mit dem Sie festlegen, wer im Ernstfall Ihre rechtliche Betreuung übernehmen soll. Sie bestimmen damit eine Person Ihres Vertrauens, die Sie rechtlich vertritt, falls Sie dazu selbst nicht mehr in der Lage sind.
Wann ist eine Betreuungsverfügung sinnvoll?
Eine Betreuungsverfügung ist besonders dann wichtig, wenn Sie sicherstellen möchten, dass Ihre Wünsche im Pflegefall respektiert werden. Sie können darin nicht nur die betreuende Person benennen, sondern auch Vorgaben zu Wohnsituation, medizinischer Versorgung oder anderen persönlichen Angelegenheiten machen. Das Gericht prüft Ihre Verfügung und setzt die genannte Person in der Regel als Betreuer:in ein, sofern keine Bedenken bestehen.
Abgrenzung zur Vorsorgevollmacht
Im Unterschied zur Vorsorgevollmacht erhält die benannte Person bei einer Betreuungsverfügung erst dann Befugnisse, wenn ein Gericht offiziell eine Betreuung anordnet. Bei einer Vorsorgevollmacht kann die bevollmächtigte Person sofort handeln, sobald Sie selbst nicht mehr entscheidungsfähig sind. Es ist möglich, beide Dokumente zu kombinieren.
Form und Gültigkeit
Für die Betreuungsverfügung gibt es keine vorgeschriebene Form. Sie sollte aber schriftlich verfasst und mit Datum sowie Unterschrift versehen sein. Sie können die Verfügung jederzeit widerrufen oder ändern.
Hinweis: Die rechtlichen Grundlagen und Empfehlungen können sich ändern. Prüfen Sie daher den aktuellen Stand, zum Beispiel bei Ihrer Pflegekasse oder beim Pflegestützpunkt (Stand: Juni 2024).
Weitere Informationen
- Vorsorgevollmacht: Das sollten Sie wissen
- Pflege organisieren: Erste Schritte für Angehörige
Mehr zur Organisation und rechtlichen Absicherung im Pflegefall finden Sie auf unserer Situationsseite “Pflege rechtlich absichern”.
Nächster Schritt: Wenn Sie prüfen möchten, welche Vollmachten und Verfügungen in Ihrer Situation sinnvoll sind, nutzen Sie unseren Pflege-Startcheck.
Weiterführend: Auch aus der Ferne da sein, Ambulant betreute Wohngemeinschaft: So funktioniert das Modell und Digitale Pflegehelfer: Was Apps, Kameras und Sensoren wirklich leisten.
