Zum Inhalt springen
Eine Führungskraft bietet einer Mitarbeiterin betriebliche Pflegeunterstützung an

Für Arbeitgeber

Betriebliche Pflegeunterstützung: So helfen Unternehmen Beschäftigten

Warum betriebliche Pflegeunterstützung immer wichtiger wird

Die Zahl der Beschäftigten, die neben dem Beruf Angehörige pflegen, wächst. Für Unternehmen ist das eine Herausforderung – und eine Chance: Wer gezielt unterstützt, bindet erfahrene Mitarbeitende und sorgt für weniger Ausfälle. Doch was können Arbeitgeber konkret tun?

Überblick: Möglichkeiten der betrieblichen Pflegeunterstützung

Betriebliche Pflegeunterstützung umfasst alle Maßnahmen, die Beschäftigten mit Pflegeverantwortung helfen, Beruf und Pflege besser zu vereinbaren. Dazu gehören:

  • Flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice
  • Freistellungsmodelle und Sonderurlaub
  • Beratung und Information
  • Finanzielle Unterstützung
  • Digitale Tools und Plattformen
  • Kooperationen mit externen Anbietern

Nicht jedes Angebot passt zu jedem Unternehmen. Entscheidend ist, dass Beschäftigte wissen, an wen sie sich wenden können – und dass Unterstützungsangebote konkret und unkompliziert zugänglich sind.

Employee Assistance Programmes (EAP) – Beratung und Soforthilfe

Viele Unternehmen setzen auf sogenannte Employee Assistance Programmes (EAP). Das sind externe Dienstleister, die Beschäftigten vertrauliche Beratung bei persönlichen Belastungen ermöglichen – auch bei Pflegeaufgaben. Typische Inhalte:

  • Telefonische und digitale Kurzberatung
  • Vermittlung von Pflegeberatungsstellen
  • Unterstützung bei der Suche nach ambulanten oder stationären Angeboten
  • Informationen zu gesetzlichen Ansprüchen

Wichtig: EAPs ersetzen keine individuelle Rechts- oder Pflegeberatung, können aber Orientierung bieten und erste Schritte erleichtern.

Freistellungsmodelle und Sonderurlaub – Zeit für Pflege schaffen

Das deutsche Recht sieht verschiedene Möglichkeiten vor, sich für die Pflege von Angehörigen freistellen zu lassen, etwa durch die Pflegezeit oder Familienpflegezeit. Viele Unternehmen gehen darüber hinaus und bieten:

  • Zusätzliche bezahlte oder unbezahlte Pflege-Sondertage
  • Flexible Arbeitszeitmodelle (z. B. Gleitzeit, Teilzeit auf Zeit)
  • Individuelle Lösungen im Team

Wichtig: Beschäftigte müssen wissen, wie sie diese Möglichkeiten beantragen und welche Nachweise erforderlich sind. Die Personalabteilung sollte hierzu informieren und unterstützen.

Digitale Angebote: Von der Informationsplattform bis zum Pflege-Startcheck

Digitale Lösungen werden immer wichtiger. Sie bieten schnellen Zugang zu Informationen, entlasten Personalabteilungen und geben Beschäftigten Orientierung. Beispiele:

  • Interne Wissensdatenbanken zum Thema Pflege
  • Webinare und Online-Schulungen
  • Kuratierte Linksammlungen zu Pflegestützpunkten und Beratungsangeboten
  • Digitale Checklisten für die ersten Schritte bei Pflegebedarf
  • Zugang zu externen Plattformen wie “Sicher Gepflegt” für strukturierte Pflegeorganisation

Solche Angebote helfen, Unsicherheit abzubauen und sparen Zeit – für Beschäftigte wie für Unternehmen.

Finanzielle Benefits und Unterstützung

Einige Unternehmen unterstützen pflegende Beschäftigte auch finanziell. Möglichkeiten sind zum Beispiel:

  • Zuschüsse zu Beratungsleistungen
  • Beteiligung an Pflegekosten (beispielsweise durch Pflegezusatzversicherungen)
  • Unterstützung bei Fahrt- oder Umzugskosten

Solche Angebote sollten transparent kommuniziert und einfach beantragt werden können.

Kommunikation und Unternehmenskultur: Das A und O

Alle Programme und Benefits nutzen wenig, wenn sie nicht bekannt sind. Entscheidend ist eine offene Kommunikation:

  • Informationspakete und regelmäßige Updates
  • Sensibilisierung von Führungskräften für das Thema Pflege
  • Ansprechpartner:innen im Unternehmen benennen (z. B. Pflegelotsen)

So entsteht eine Unternehmenskultur, in der Pflegeverantwortung kein Tabu ist und Unterstützung selbstverständlich wird.

“Sicher Gepflegt” als digitale Unterstützung im Werkzeugkasten

Digitale Plattformen wie “Sicher Gepflegt” können ein Baustein im betrieblichen Unterstützungsangebot sein. Sie bieten:

  • Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die ersten Pflege-Organisation
  • Checklisten und Vorlagen für wichtige Anträge
  • Übersichten zu regionalen Beratungsstellen

So entlasten Sie Ihre Mitarbeitenden konkret und zeigen Wertschätzung für deren private Herausforderungen.

Fazit: Pflegefreundliche Angebote lohnen sich

Betriebliche Pflegeunterstützung ist kein Luxus, sondern eine Investition in die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens. Schon mit kleinen Maßnahmen machen Sie einen Unterschied – für Ihre Beschäftigten und für Ihr Team.

Nächster Schritt: Prüfen Sie, welche bestehenden oder neuen Angebote Sie Ihren Mitarbeitenden machen können. Holen Sie sich Anregungen im kostenlosen Pflege-Startcheck von “Sicher Gepflegt”.